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Invisible Dances - Art after Lockdown - Elisabeth Schilling

  • Kirchplatz

Während Sie schliefen, während Sie woanders waren, während alles stiller war, kamen die Tänzer*innen. Die Füchse haben sie gesehen. Und wer schlecht schlief, hat vielleicht eine gewisse Unruhe gespürt. Im orangefarbenen Licht der Straßenlaternen, vereinzelt durchbrochen vom Blaulicht der Krankenwagen, kamen sie langsam zusammen. Über die Distanz schauten sie einander an. Es ging los. Die Gelenke neu abgestimmt, ganz sanft, reckten sich kalte Arme nach oben. Kleine Gebirgsketten entstanden aus Kies und Plastik, von flitzenden Füßen zusammengeschoben. Während sie sich bewegten, ergossen sich bunte Linien über den Boden hinter ihnen. Diese Zeichnungen sind die Erinnerungen an einen Tanz, der ihnen nie gehörte – denn es ist Ihrer. Sie sehen nun die Spuren, können ihnen folgen und mittanzen, auf Ihrem ganz eigenen Weg. Hätte Ihnen jemand zu Beginn des Jahres gesagt, dass alles anhalten würde, dass wir kaum mehr unsere Häuser verlassen würden, dass wir unsere Familien nicht mehr sehen könnten – hätten Sie es geglaubt? Können Sie sich vorstellen, dass diese Tänzer*innen in einer anderen Welt hinter einem roten Vorhang hervorgekommen wären? In dieser Welt kamen sie in der Nacht, ungesehen.

 

Für Kinder

In der Nacht war eine Tänzer*In bzw. eine Gruppe von Tänzer*innen in der Stadt unterwegs. Sie alle haben ihre eigenen Tänze getanzt. Wenn du den bunten Linien auf dem Boden folgst, kannst du sehen, wo sie getanzt haben. Jede*r hatte eine eigene Farbe. Willst du wissen, wohin die Farben führen? Folge ihnen! Auf dem Weg kannst du springen, hüpfen, dich drehen, nachtanzen... Warum erfindest du nicht gleich deinen eigenen Tanz? Vielleicht kann ihn auch jemand für dich zeichnen. Mit bunten Farben natürlich.

Für Erwachsene

In der Nacht hat sich eine Tänzer*In bzw. eineGruppe von Tänzer*innen durch die Stadt bewegt, gefolgt von Spurenmacher*innen, die ihre Wege auf dem Boden nachgezeichnet haben. Jede Kreidelinie ist eine Aufzeichnung der nächtlichen Reise eine*r/s Tänzer*in.  

In einer Welt, in der Lockdowns und Social Distancing Teil einer neuen Normalität geworden sind, muss die Kunst neue Wege finden. Deshalb sehen Sie nur die Spuren dieses unsichtbaren Tanzes, der Ihre Umwelt über Nacht verwandelt hat. Folgen Sie also diesen Linien, laufen Sie an ihnen entlang, springen Sie von der einen zur anderen. Machen Sie Fotos, zeichnen Sie sie nach, erfinden Sie ihre eigenen – tanzen Sie mit ihnen!

Das Projekt Invisible Dances findet in vielen Städten auf der ganzen Welt statt und wird vor Ort jeweils von lokalen Künstler*innen umgesetzt. In Zeiten teilweise geschlossener Grenzen und eines Rückzugs ins Digitale schaffen wir so, durch eine sichtbar-unsichtbare Kunst, neue internationale Verbindungen. Weitere Informationen zum Projekt und den Performance-Orten finden Sie online; folgen Sie dazu einfach dem QR-Code oder gehen Sie auf www.elisabethschilling.com/invisibledances.

Konzept / Rechte: Elisabeth Schilling Texte: Roísín O’Brien Übsersetzung: Moritz Hansen Design: Annick Kieffer / Studio Polenta Management: David Lawson


 

 

Veranstaltungsort
Kirchplatz
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