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Natur und Umwelt

Die vielfältigen Eingriffe des Menschen in Natur und Landschaft haben den Lebensraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eingeschränkt.

Die eigenen Lebensgrundlagen des Menschen nicht nur in der Gegenwart, sondern vor allem in der Zukunft, hängen von einem intakten, sich selbst erneuernden Naturhaushalt ab.

Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Biotopverbund, Sicherung von Feuchtgebieten sind vielfältige Aufgaben zum Schutz und zur Entwicklung von Natur und Landschaft in der Region, denen sich die Stadt Weißenhorn stellt.

Waldklassenzimmer April 2018

Projekt von Schülern des NKG/Stadtforst im Bereich Birkenweg/Ohnsang

Hubertushütte

Die durch Windwurf und Alter stark beschädigte "Hubertushütte" im Baderholz wurde 2017 gründlich renoviert und mit einem neuen Dach versehen.   

"Städtische Bienen" - Themenbereich Bienen im Waldlehrpfad

2016 bildete ein Wild in einer hohlen Kastanie am östlichen Kirchplatz lebendes Bienenvolk, einen Ableger (Schwarm). Dieser wurde von Imker Bernhard Rembold im neu geschaffenen "Themenbereich Bienen" des Lehrpfads angesiedelt. Diese dienen als lebendiges Anschaungsobjekt für Schulklassen, Spaziergänger, usw. Der produzierte Honig wird dem Betriebsrat der Stadt Weissenhorn für diverse Ehrungen zur Verfügung gestellt.  

Waldtag am 16.06.2013 im Stadtwald Weißenhorn

Renovierung Schallerweiher

Der Schallerweiher war im Lauf der Jahrzehnte durch Unmengen Laub , Äste , usw. dermaßen aufgefüllt, dass die Verlandung drohte. Durch unvollständige Verrottung war der Sauerstoffgehalt des Wassers so niedrig, dass kaum Leben möglich war.
Deswegen wurde –wohl erstmals seit Bestehen des Weihers – im Dezember 2010 in einer großangelegten Aktion der größte Teil des Schlamms entfernt, so das jetzt wieder eine große Wasserfläche mit bis zu 1,40m Tiefe vorhanden ist. Es waren zwei Bagger und bis zu vier kleine Muldenkipper mit Raupen im Einsatz. Das Wasser musste abgepumpt werden. Es wurden an die 300 Kubikmeter Schlamm beim Wasserhochbehälter zwischengelagert, und schließlich als er gefroren war im Januar in die Deponie bei Grafertshofen gefahren.
Auf dem Schlammlagerplatz wurde jetzt ein „Bienenweide-Saatgemisch“ ausgebracht , das im Sommer hoffentlich vielfach blühen und den Spaziergängern zur Erholung und den Insekten und Vögeln als Nahrung dienen wird.
Am Weiherufer und auf der neu geschaffenen Insel wurden „Initialpflanzungen“ mit Schilf und Röhricht vorgenommen, um die Artenvielfalt am Weiher zu erhöhen.
Da das Wegesystem um den Schallerweiher entsprechend mitgenommen war, musste auch das komplett renoviert werden.
Zu guter Letzt wurde auf der Insel eine „Wohn- bzw. Brutsiedlung“ für Enten angelegt . Dort sollen diese ungestört von Hunden und Menschen ihre Gelege ausbrüten können.

 

Neue Forsteinrichtung im Stadt- und Spitalwald Weißenhorn

Ein entscheidendes Instrument für eine naturnahe und nachhaltige Waldwirtschaft ist die mittelfristige Forstbetriebsplanung, die so genannte Forsteinrichtung. Diese umfasst im Körperschaftswald einen Planungszeitraum von 20 Jahren mit der Möglichkeit einer Zwischenrevision bei besonderen Gegebenheiten. Sie ist nach Art.19 (2) Bayerisches Waldgesetz für Körperschaften bindend vorgeschrieben.

 

Die Forstwirtschaftspläne, auch Operat genannt, besteht aus Karten und Büchern in denen alle wesentlichen Daten zum jeweiligen Wald enthalten sind. Eine der wesentlichen Aussagen ist der „nachhaltige Hiebsatz“. Der nachhaltige Hiebssatz ist die Menge an Holz die jährlich eingeschlagen werden kann, ohne dass der Gesamtholzvorrat des Waldes weniger wird.

 

Die Daten werden ermittelt durch rasterartige Messungen über die ganze Waldfläche.

 

Diese strichprobenartigen Inventuraufnahmen im Wald liefern vielfältige Ergebnisse. Neben Aussagen zum Holzvorrat, Zuwachs, möglicher nachhaltiger Hiebssatz, usw. wird auch die aktuelle Baumartenverteilung, Altersklassenverteilung, etc. ermittelt. Die Waldfunktions- pläne, die Standortkarte, Ertragstafeln, usw. sind wesentliche Hilfsmittel der Forsteinrichtung.

 

Das alte Operat für den Stadtwald Weißenhorn stammte aus dem Jahr 1985. Die darin enthaltenen Daten waren durch Orkane, Stürme, Borkenkäferkalamitäten, zu trockene und zu nasse Jahre und den daraus resultierenden Schadholzmengen längst nicht mehr aktuell.

Neue Forstwirtschaftspläne für Stadt- und Spitalwald fertig!

Die wichtigsten Ergebnisse:

 

1. Der Laubholzanteil ist gegenüber der letzten Erhebung 1985 stark gestiegen.

 

Der Fichteanteil ist von fast 90% auf 66% gesunken. In den Beständen die in den letzten 20 Jahren entstanden sind liegt der Fichteanteil sogar nur bei 46%.

 

2. Der jährliche, nachhaltig mögliche Holzeinschlag steigt trotz der Sturm und Käferkatastrophen der letzten zwei Jahrzehnte leicht an auf 4200fm/Jahr im Stadtwald und 800fm im Spitalwald.

Bauamartenverteilung nach Altersklassen

Die Altersklasse I (1- 20Jahre) umfasst 120 ha. Davon sind 55 ha (46%) Fichte, der Rest sind Mischbaumarten

Baumartenverteilung über alle Altersklassen

Am 21.Mai 2008 wurden die Pläne von Forstdirektor Birkholz vom Amt für Landwirtschaft und Forsten offiziell an Bürgermeister Dr. Fendt und Stadtförster Miller übergeben.

FD Birkholz ging auf die Klimaveränderung ein, die nicht mehr wegzuleugnen ist, auch wenn das Ausmaß noch unklar ist. Man geht in Bayern von einer Erwärmung von 1,8Grad und 40 mm weniger Niederschlag/J aus. Ebenso werden Stürme und Dürreperioden zunehmen. Das heißt für viele Baumarten, dass sie in bestimmten Gegenden wo sie bisher gut wachsen in Zukunft massive Probleme bekommen werden. Ganz besonders gilt dies für die Fichte die ursprünglich ein Baum des Gebirges und des Nordens ist. Es gibt bereits jetzt trockene Gegenden in Mittelfranken wo die Fichte praktisch ausgestorben ist. D.h. die Wälder müssen den Veränderungen angepasst werden und das Risiko soll mit Mischbeständen möglichst weit gestreut werden. Dies sei im Stadtwald in den letzten 20 Jahren vorbildlich gelungen, da der Fichte Anteil trotz der allgegenwärtigen Fi-Naturverjüngung auf unter 50% gedrückt wurde.

 

Stadtförster Miller sah das Operat auch als Dokument seiner bisherigen Tätigkeit, da der untersuchte Zeitraum fast exakt mit seiner Dienstzeit bei der Stadt zusammenfällt. Er nutzte die Übergabe für einen Rückblick was er bei Dienstantritt vorhatte und wieweit es gelungen ist. Das wichtigste Ziel war die Schaffung von stabilen, gemischten, standortgerechten und widerstandsfähigen Beständen. Widerstandsfähig hieß 1986 gegen das damals aktuelle Waldsterben, heute gegen die Klimaveränderung. Richtungsweisend war die natürliche Waldgesellschaft in unserer Region: Vorherrschend Eiche-Buche-Wälder mit etwas Fichte und Tanne. Mit nur noch 46% Fichte, Buche und Eiche mit je 15%, Edellaubholz (Esche, Ahorn) ebenfalls 15% in der ersten Altersklasse (1 bis 20) ist der Stadtwald wohl auf dem richtigen Weg. Um dieses Ziel zu erreichen wurden in den vergangenen 20Jahren rd. 700.000 junge Bäume gepflanzt. Dazu kommt noch jede Menge Naturverjüngung v.a. Fichte, aber auch Ahorn, örtlich auch Buche und vereinzelt Tanne.

Nachdem der damalige Stadtförster Kiefl bereits 1984 einen größeren Teich im Spitalwald schuf, sind heute im Stadtgebiet um die 40 Teiche, Tümpel, Tümpelketten oder renaturierte Grabenabschnitte zu finden. An vielen Waldrändern stehen Obstbäume, auf den Hiebsflächen stehen überall Kiefer- oder Eichenüberhälter und/oder dürre „Spechtbäume“.

 

Last but not least wurde auch fast immer ein positiver Ertrag erwirtschaftet.

Bürgermeister Fendt würdigte das im Wald geleistete. Er hielt den neuen Forstwirtschaftsplan für eine gute Grundlage mit der man weiter planen und arbeiten könne. Er betonte die Bedeutung des Waldes für Klima, Boden und Wasser und insbesondere natürlich für die Bevölkerung als Erholungsraum, gerade im stadtnahen Bereich. Als Beispiele nannte er den Waldkindergarten, den Lehrpfad und das Nordic-Walking und Joggingwegenetz

 

Verkehrssicherung durch neue Klettertechnik

Einzelne Dürräste – vor allem im Bereich des Waldlehrpfads - die für Spaziergänger als gefährlich erkannt werden, werden seit diesem Frühjahr nicht mehr mit Hilfe eines Hubsteigers, sondern mit Hilfe der erst wenige Jahre alten „Seilklettertechnik“ entfernt. Hierfür wurden die Städtischen Forstwirte Brönner und Hatzelmann extra geschult und entsprechende Ausrüstung angeschafft.

 

Dabei wird der entsprechende Baum mit Hilfe von Seilen erstiegen und die fraglichen Äste mit einer scharfen Handsäge entfernt. Der Vorteil ist, dass kein fester Weg für den schweren Hubsteiger zum Baum führen muss und vor allem, dass zielgerichtet nur der kranke Ast entnommen wird. Beim Einsatz eines Hubsteigers ist es oft nötig, erst für den Arbeitskorb einen Weg durch die gesunden Äste zu schneiden, damit man den dürren Ast erreicht.

 

Die Grenzen für diese schonende Methode sind erreicht bei zu dicken Bäumen die nicht mehr mit dem Kletterseil umschlungen werden können, oder wenn die Sicherheit der ausführenden Person wegen mangelnder Tragfähigkeit gefährdet ist. D.h. bei zu dünnen Bäumen oder wenn die kranken Bereiche zu sehr in der Krone liegen.

Kulturnachweis Stadtwald Weißenhorn Winter/Frühjahr 2017/2018

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   Gepflanzte junge Bäume nach Baumart, Stückzahl und Prozent:

 

 

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Erstaufforstung mit St. Eiche, Rotbuche, Hainbuche, Winterlinde, Schwarzerle